Amflora: AoeL fordert Übernahme der möglichen Folgekosten durch BASF
Die Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL) sieht mit der Zulassung der Gentechnik-Kartoffel Amflora in Europa Probleme aus sich zukommen. Sie appellierte an die Stärkeindustrie und die Landwirte, die Kartoffel nicht zu akzeptieren, zumal es hinreichend konventionelle Alternativen mit den gleichen Eigenschaften gebe.
Die AoeL erläuterte, zwar habe die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die BASF-Kartoffel nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen. Dennoch ergäben sich aus dem Anbau zahlreiche Probleme für die Lebensmittel-Hersteller – beispielsweise wenn sich eine Amflora-Knolle unter die Speisekartoffeln mische.
Jörg Große-Lochtmann von der Marktgesellschaft der Naturland Betriebe betonte: “Dass man trotz Antibiotika-Resistenz und ohne Speisezulassung eine Vermischung mit Speiseware rechtlich zugelassen hat, ist ein Unding. Das erfordert von unserer Seite noch mehr Untersuchungen und Aufwand. Wenn es sich dann erst um weiterverarbeitete Produkte wie Reibekuchen und Klöße handelt, können wir uns zu Tode proben!” Sein Unternehmen wird aufwändige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und in neue umfangreiche Analysemethoden investieren müssen.
Weitreichende Folgen hat der Anbau der Gentechnik-Kartoffel auch für Hersteller von anderen ökologischen Lebensmitteln: Schon heute kann die Gentechnikfreiheit bei maishaltigen Produkten nur durch zusätzliche, teure Analysen oder den Verzicht auf Maisprodukte sichergestellt werden. Nun entsteht ein weiteres Problemfeld, auch weil das erzeugte Eiweiß als Futtermittel zugelassen ist. Auf diese Weise kann Amflora in die Nahrungskette gelangen. Der Geschäftsführer der HiPP Produktion, Johannes Doms, erklärte: “Das widerspricht dem Menschenrecht auf freie Auswahl der Lebensmittel.” Mit der löchrigen Grenzwert-Regelung werde der Agrogentechnik Tür und Tor geöffnet.
Doms fordert die EU-Kommission auf, rechtliche Unsicherheiten über die Folgekosten auszuräumen. “Uns entstehen zusätzliche Aufwendungen bei der Qualitätssicherung und finanzielle Risiken durch Kontamination”, argumentierte er. “Wir gehen von einer 100-prozentigen Haftung des Patent-Inhabers aus. Wir werden deshalb jeden denkbaren Weg gehen, um die Rechnungen für alle zusätzlichen Kosten, die uns durch die Gentechnik-Kartoffel entstehen, an die BASF weiterzuleiten!”
Quelle: Pressemitteilung der AoeL, 05.03.2010
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